

Jeder zweite Jugendliche räumt ein, sich in Wirtschafts- und Finanzfragen kaum oder gar nicht auszukennen. Knapp drei Viertel von ihnen wünschen sich mehr Wirtschaftsthemen im Unterricht, fast 80 Prozent begrüßen sogar ein eigenständiges Schulfach Wirtschaft. Die Zahlen der Jugendstudie 2009 (durchgeführt vom Bundesverband deutscher Banken) scheinen zunächst widersprüchlich. Bei näherer Betrachtung zeigt sich: Junge Menschen sind sich ihrer Wissenslücken durchaus bewusst und stehen der Vermittlung ökonomischer Grundlagen trotzdem aufgeschlossen gegenüber.
Kein "Buch mit sieben Siegeln" - sondern konkreter Alltag
Tatsächlich werden Wirtschaftsthemen an allgemeinbildenden Schulen jedoch meist weder ausreichend noch sachlich angemessen behandelt. Vielen Lehrplänen und Schulbüchern liegt ein eng begrenztes Wirtschaftsbild zu Grunde. Themen wie Strukturwandel, Verteilungsgerechtigkeit und Arbeitslosigkeit sind vorherrschend, während Aspekte wie unternehmerische Verantwortung kaum Erwähnung finden. Zu diesem Ergebnis kommt die bundesweite Schulbuchanalyse des IW Köln.
Mit einer breiten Palette an Projekten und Veranstaltungen (z. B. Lehrerfortbildungen, Wirtschaftswochen, Sommerakademien, Schülerfirmen) tragen die Landesarbeitsgemeinschaften ökonomische Bildung in die Schule. Gerade Jugendliche, die in einer Schülerfirma aktiv sind, ergreifen selbst die Initiative. Sie erleben unternehmerische Abläufe und erfahren dadurch, dass Verantwortung und Entscheidungsfähigkeit wesentliche Merkmale im Leben sind.
Wirtschaft lässt sich besonders anschaulich in der betrieblichen Realität vor Ort begreifen - im wahrsten Sinne des Wortes. Unternehmen aus dem Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT öffnen deshalb Schülern sowie Lehrkräften regelmäßig die Tore für Betriebserkundungen und Praktika.






















