Online-Schüler-Praktikum – Wie geht das?

Das Betriebspraktikum ist ein wesentlicher Bestandteil der Beruflichen Orientierung und ermöglicht erste praktische Erfahrungen in einem „echten“ Betrieb. Es gibt den Schülerinnen und Schüler realitätsnahe Einblicke in Berufsfelder und in betriebliche Abläufe, es lässt sie eigenes Tätigsein ausprobieren und oft können sie sich mit Auszubildenden persönlich austauschen, die altersmäßig nicht weit weg sind. Genau diese Praxisphasen im Betrieb sind zurzeit kaum durchführbar. Vieles lässt sich in Video-Konferenzen abbilden – aber ein Praktikum? Was ist möglich, um wenigstens einen vorübergehenden Ersatz anzubieten? 

KOFA – Fachkräftesicherung für KMU hat sich Gedanken gemacht und eine Handreichung zusammengestellt. Diese richtet sich primär an Unternehmen, ist aber auch für Schulen interessant; zudem können Schulen damit auf ihren betrieblichen Kooperationspartner zugehen.  https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden-und-binden/mitarbeiter-binden/corona-virus-tipps-fuer-kmu/ausbildung/online-praktikum

Technische und organisatorische Voraussetzungen

  • Erst einmal sind die technischen Voraussetzungen zu klären: Lassen sich die Angebote mit Smartphone durchführen oder braucht es PC oder Laptop und steht dieser zur Verfügung? Welche Programmzugänge werden benötigt?
  • Wie lange soll das virtuelle Praktikum dauern, wie können die einzelnen Elemente über den geplanten Zeitraum verteilt werden? Welcher Ansprechpartner für Fragen und Austausch steht wann persönlich zur Verfügung?

Inhalte vermitteln

  • Den Betrieb erleben: Ein Video zeigt die wichtigsten Betriebsbereiche. Das muss nicht aufwändig sein, Handyfilme reichen – Hauptsache, der Eindruck stimmt und zeigt das Besondere des Betriebs oder Berufs. Der potenzielle Azubi kann sich virtuell auch verschiedene Arbeitsplätze anschauen: Ausgerüstet mit Smartphone oder Action-Cam kann ein Azubi seinen Arbeitsplatz und seine Tätigkeit zeigen und erläutern – live oder als Video.
  • Zum Einstieg ins Praktikum kann der Jugendliche sich über den Ausbildungsberuf informieren und anschließend in einem Quiz Fragen dazu beantworten oder Fragen zu Betrieb und Branche recherchieren. Das Unternehmen kann außerdem während und nach dem „Praktikum“ eine Sprechstunde mit dem Chef oder einen Live-Chat mit Azubis anbieten, damit die Jugendlichen Fragen stellen und Antworten „aus erster Hand“ erhalten können.
  • Der Betrieb sollte auch überlegen, welche konkrete praktische Aufgabe der Schüler und die Schülerin von zu Hause bearbeiten kann z. B. Geschäftsbrief aufsetzen. Wenn handwerkliches Geschick verlangt ist, kann der Betrieb den Jugendlichen im Vorfeld eine „Materialbox“ zusenden. Die Arbeitsschritte können fotografiert und dokumentiert werden und damit das Arbeitsergebnis anschließend besprochen werden.

Als Abschluss ist ein Feedbackgespräch sinnvoll – auch im Blick auf aktuellen Verbesserungsbedarf des virtuellen Angebots!