DRK Rettungsdienst

Mittelhessen

gemeinnützige GmbH

 

SCHULEWIRTSCHAFT-Preisträger 2021 – DRK Rettungsdienst Mittelhessen gemeinnützige GmbH

Peta Riemenschneider, Personalreferentin bei der DRK Rettungsdienst Mittelhessen gemeinnützige GmbH, erklärt uns heute, wie das Unternehmen die Praxis direkt auf den Schulhof bringt.

SW: Der Einsatz im Rettungsdienst ist auf der einen Seite sehr attraktiv, denn man kann Menschen in Notlagen wirklich helfen, auf der anderen Seite aber auch nicht einfach. Wie können Sie jungen Menschen vermitteln, welche physischen und psychischen Herausforderungen auf sie warten?

Riemenschneider: Die jungen Menschen, die am Praxiseinstieg teilnehmen möchten, durchlaufen ein Bewerbungsverfahren. In einem Informationsgespräch informieren wir die zukünftigen Teilnehmenden und deren Eltern über die Herausforderungen und mögliche Belastungen im Einsatzdienst. In einem zweiten Schritt nehmen die Bewerberinnen und Bewerber an einem Fitnesstest teil, in dem das Heben und Tragen im Vordergrund steht. Hier können die jungen Menschen ihre physischen Kräfte testen und kommen zu einer ersten Einschätzung, ob sie den Anforderungen im Einsatzdienst körperlich gewachsen sind. Während des Praxiseinstiegs liegt der Fokus darauf, die Teilnehmenden individuell dabei zu unterstützen, einen Umgang mit den genannten Herausforderungen zu finden.

SW: Sie fahren also mit den Rettungswagen direkt auf die Schulhöfe – wie kommen die Jugendlichen zunächst auf Sie zu? Mit Ablehnung und Angst oder mit Neugier und Interesse am Beruf?

Riemenschneider: Die Jugendlichen finden den Rettungswagen spannend und nutzen gerne die Gelegenheit, einmal einen Rettungswagen von innen zu sehen und selber verschiedene Dinge ausprobieren zu können. In dem Setting ihrer gewohnten Umgebung und in Begleitung von Freunden und Mitschülern fällt es den Jugendlichen oft leicht, das niedrigschwellige Angebot anzunehmen und mit den Kolleginnen oder Kollegen, die den Rettungswagen präsentieren, ins Gespräch zu kommen.

SW: Niedrigschwellig einen Beruf kennenzulernen, kann sehr helfen, seine eigene berufliche Orientierung zu finden. Das ging früher über den Zivildienst, heute für einige über den Freiwilligendienst. Die Qualifizierungsmaßnahme „Praxiseinstieg in Rettung und Pflege“ ist genauso ein niedrigschwelliges Angebot. Wie wird es angenommen?

Riemenschneider: Der Praxiseinstieg wird gut angenommen. Wir bieten den Praxiseinstieg seit 2018 an und konnten vier Jahre in Folge mit jeweils einem Kurs starten. Obwohl es kein bekanntes Konzept ist, wie z.B. der Freiwilligendienst, und darüber hinaus ein lokales Angebot, haben wir viele interessierte Bewerberinnen und Bewerber, die den Praxiseinstieg als Übergang in den Beruf nutzen möchten. Interessant ist der Praxiseinstieg durch seine praktische Ausrichtung und den beiden berufsqualifizierenden Abschlüssen Betreuungskraft und Rettungssanitäter. Die Teilnehmenden werden eng begleitet und haben ein geschütztes Umfeld, in dem sie erste Schritte in die Arbeitswelt machen können.