PFLEIDERER Neumarkt

GmbH

 

SCHULEWIRTSCHAFT-Preisträger 2021 – PFLEIDERER Neumarkt GmbH

Die Pfleiderer Neumarkt GmbH bietet vielfältige Angebote für Jugendliche an, um sie bei ihrem Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen. Andreas Götz, Leiter Ausbildung bei PFLEIDERER, berichtet, welche Aktivitäten zur beruflichen Orientierung angeboten werden.

SW: Die Pfleiderer Gruppe ist ein führender Hersteller von Holzwerkstoffen in Europa. Für uns ist nicht ganz leicht, sich etwas darunter vorzustellen und wir denken Schüler*innen geht es erst einmal ähnlich. Wie erklären Sie Jugendlichen Ihre Branche?

Götz: Unter Holzwerkstoffen können sich die Wenigsten gleich etwas vorstellen. Salopp wird daher oft von „Spanplatten“ gesprochen, wobei die Spanplatte selbst nur einen geringen Teil unseres Produktportfolios ausmacht. Unsere Produkte befinden sich in fast allen Lebensbereichen. Gehen Sie doch einmal Ihren Tagesablauf durch und überlegen Sie sich, wo überall Spanplatten verbaut sind. In den Schlafzimmermöbeln, in der Küche, in Büroräumlichkeiten oder im Klassenzimmer, in Läden, Supermärkten, Arztpraxen oder im Innenausbau von Hotels. Unser Produkt ist quasi nicht wegzudenken. Genau dieses Bewusstsein der Allgegenwärtigkeit ist ein guter Ansatzpunkt und schon fällt die Identifikation mit dem Produkt und der Branche leichter.

SW: Im Programm „Berufe Checker“ bieten Sie Schüler*innen der 8. und 9. Klasse an, an drei Tagen in den Ferien drei verschiedene Berufe bei Ihnen kennenzulernen. Wer hat sich dieses Programm ausgedacht?

Die Idee zu unserem Ferienprogramm „Berufe Checker“ hatte unser Ausbilderteam. Ziel ist es, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, anhand verschiedener Stationen mehrere Ausbildungsberufe näher zu bringen. Betreut werden die Stationen von Azubis, die selbst den jeweiligen Beruf lernen. Insgesamt erhalten die Teilnehmenden dadurch einen authentischen Einblick in die Arbeitswelt. Abgerundet wird das Kennenlernen der Berufsbilder durch Azubi-Präsentationen, die nochmal einen realistischen Einblick in Ihre Ausbildung, egal ob Schule oder Praxisphasen, geben. Jedes Jahr werden Verbesserungsvorschläge auf ein Neues eingearbeitet, um das Programm auch stetig weiterzuentwickeln.

SW: Aber in den Ferien? Haben die Schüler*innen da wirklich Lust zu?

Götz: Die Frage können wir ganz klar mit „Ja“ beantworten. Allein die zahlreichen Anmeldungen sprechen für sich. Das Schöne an unserem erarbeiteten Programm sind die vielfältigen Stationen. Dadurch findet jeder im Laufe des Durchlaufs etwas, was besonders Spaß macht. Die Programmpunkte sind in einer abwechslungsreichen Weise angeordnet und auch das ein oder andere Gruppenspiel trägt zur Auflockerung bei. Insgesamt können die Teilnehmenden spielerisch unter Gleichaltrigen ihr technisches Geschick auf die Probe stellen und sind der Berufsfindung ebenfalls ein Stückchen näher. Einige wollten sogar ihren favorisierten Ausbildungsberuf noch detaillierter kennenlernen, weswegen sie gleich noch auf eine komplette Woche verlängert haben.

SW: Sie schicken auch schon mal Ihre Azubis in die Schulen, z.B. mit Lego Mindstorms – was passiert da?

Götz: Bei Lego Mindstorm, Azubi@school, den Berufswahlseminaren usw. treten unsere Azubis als Botschafter für ihren Ausbildungsberuf in den Vordergrund. Wenn Gleichaltrige untereinander sprechen, entsteht eine Kommunikation auf Augenhöhe. Die Hemmschwelle für Fragen ist viel niedriger, sodass die Jugendlichen in einen ungezwungenen, ehrlichen Dialog kommen. Vorteilhaft ist außerdem, dass unsere Azubis viel dazu lernen und soziale Kompetenzen, sei es beim Erklären bzw. Präsentieren oder im Umgang mit Menschen, ausbauen. Wenn unsere Azubis z.B. mit Lego-Mindstorm unterwegs sind, kommt zudem das spielerische Erlernen von Programmier-Grundlagen hinzu. Da macht das Lernen gleich viel mehr Spaß, wenn es gilt, einen echten Roboter durch einen Parcours zu manövrieren.

SW: Ihr Motto ist: Im Vordergrund steht der Mensch, nicht Schulnoten oder Zeugnisse. Was bedeutet das konkret für Sie?

Götz: Wir betrachten den Menschen als Ganzes und legen viel Wert auf individuelle Stärken und die Persönlichkeit. Daher zählt für uns das Gesamtpaket und wir sortieren nicht aufgrund von Schulnoten aus. Wir möchten Menschen für uns gewinnen, die zu unserem Unternehmen und der Kultur passen. Die Ausbildungszeit dient dazu, den Azubi zu entwickeln, damit er als Facharbeiter in seinem jeweiligen Einsatzbereich verantwortungsvoll und gekonnt Aufgaben übernehmen und Lösungen finden kann. Unsere komplette Ausbildung ist darauf ausgerichtet, die Jugendlichen in ihren Kompetenzen zu stärken, um sie in einer unserer vielfältigen Abteilungen einzusetzen.