20.09.2010

Für eine bessere Kinderbetreuung - Chancen für Kinder, Chancen für Eltern

Zum Weltkindertag am 20. September 2010 veranstalten BDA und BDI gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Deutschen Jugendinstitut eine große Tagung zum Thema "für eine bessere Kinderbetreuung - Chancen für Kinder, Chancen für Eltern" im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin.
Auch wenn der quantitative und qualitative Ausbau der frühkindlichen Betreuung und Bildung inzwischen als notwendig anerkannt wird, besteht dennoch nach wie vor erheblicher Nachholbedarf in Deutschland. Der traditionelle Kindergarten soll keine „Aufbewahrungsstätte“ mehr sein, sondern zu erster grundlegender Bildung führen. Die Betreuung für Unterdreijährige ist bisher völlige Mangelware und muss überhaupt erst aufgebaut werden. Die Kommunen sehen sich allerdings in Nöten und kaum in der Lage, die Beschlüsse umzusetzen. Wissenschaftliche Untersuchungen z.B. des DJI belegen, dass die gewünschten Effekte im frühkindlichen Bereich nur mit qualifizierten Personal und guter Betreuungsrelation tatsächlich erreicht werden. Droht in Deutschland eine Zwei-Klassen-Betreuung mit qualitativ guter Betreuung und Bildung Betriebs- und privaten Kindergärten und engagierten Kommunen einerseits, aber pädagogisch unzureichender „Aufbewahrung“ in finanzknappen Kommunen andererseits? Geht die Qualität auf Kosten der Quantität?

Für die Unternehmen wie für ihre Mitarbeiter mit Kindern ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor ein großes Thema und keineswegs gelöst. Gerade angesichts des Fach- und Führungskräftemangels kann auf Eltern - insbesondere die Frauen - nicht verzichtet werden. Hinzu kommt das Interesse der Wirtschaft an der Bildungsrepublik Deutschland: Die frühkindliche Bildung ist die entscheidende Grundlage für erfolgreichen Bildungsbiografien. Investitionen im Elementarbereich sind essentiell wichtig, damit die Bildung besser und endlich mehr Bildungsgerechtigkeit erreicht wird. Anders ist der hohe Anteil schwacher Leistungen nicht zu senken und die enge Koppelung der Zukunft an die Herkunft nicht zu lösen.

Angesichts der Bedeutung der frühkindlichen Bildung und Betreuung für die Kinder wie für die Eltern - und für die Unternehmen - wollen wir die Notwendigkeit und Dringlichkeit des quantitativen (Vereinbarkeit Familie und Beruf) wie des qualitativen Ausbaus (Grundlegung der Bildungsbiografie, Sicherung von Chancengerechtigkeit) unterstreichen. Sicherlich geschieht viel – aber noch nicht genug. Die Entwicklung darf nicht stagnieren oder gar kontraproduktiv verlaufen. Die weiteren notwendigen Schritte werden auf unserer Tagung von Experten aus Forschung und Hochschule, aus Wirtschaft, der Politik, den Kommunen und der Frühpädagogik her diskutiert. Bundesministerin Dr. Kristina Schröder hat als Hauptrednerin zugesagt.
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