05.09.2008

BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun fordert tief greifende Veränderungen für eine praxistaugliche Lehrerbildung

Zum Schulanfang erklärt der Vorsitzende des Fachausschusses Bildung/Berufliche Bildung von BDA und BDI, Dr. Gerhard F. Braun:

Politik und Hochschulen müssen die Lehrerbildung von der Peripherie in den Mittelpunkt der Universität stellen. Nur ein ganzheitliches Studium mit starken Anteilen von Pädagogik, Psychologie und Didaktik kann angemessen auf diesen anspruchsvollen Beruf vorbereiten. Lehrer sind nicht nur als Wissensvermittler gefordert, sondern auch als Erzieher, Berater und Vorbild der Schüler, als Moderatoren und Manager, als Führungskräfte in der selbständigen Schule.

In Deutschland wird das Lehramtsstudium von der Ausbildung zum Generalisten in Mathematik, Englisch oder Geografie dominiert – mit nur geringen pädagogischen Einsprengseln. Im unvermittelt anschließenden Referendariat werden die angehenden Lehrer durch den eigenverantwortlichen Unterricht regelmäßig überfordert. Es reicht nicht, Studienpläne zu ändern. Die Professoren müssen selbst als engagierte und überzeugende Lehrer Vorbild für die Studierenden sein. Wir brauchen eine Lehrerbildung, bei der die Studierenden schon im ersten Semester vor der Klasse stehen.

Wir müssen den Lehrern als wichtigsten Multiplikatoren in unserer Gesellschaft den Rücken stärken. Wenn unsere Schulen den notwendigen Qualitätssprung schaffen sollen, darf die Lehrerbildung nicht in veralteten Strukturen verharren.



PRESSE - INFORMATION Nr. 076 / 2008, 5. September 2008
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