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Dokumentation

Forum „Vorsprung durch MINT“

Warum ist MINT so wichtig? Was wird im Bereich MINT bereits gemacht? Andrea Kunwald, Projektleiterin MINT Zukunft schaffen e.V., und Evi Burghart, Fachberaterin BBQ Berufliche Bildung gGmbH, berichten über ihre Tätigkeitsfelder. Dr. Christoph Prechtl, Geschäftsführer Bildung Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, moderiert.

„MINT ist eine Option für die Zukunft, die unbezahlbar ist!“

Zunächst berichtet Andrea Kunwald über die Plattform MINT Zukunft schaffen (Link zu MINT Zukunft schaffen), einer Plattform zur Vernetzung der vielfältigen Initiativen im MINT-Bereich. Neben der Pflege und Erweiterung dieser Plattform, sucht MINT Zukunft schaffen so genannte MINT-Botschafter – das sind Menschen, die einen Beruf im MINT-Bereich ausüben und ihre Erfahrungen an jüngere Menschen weitergeben. Ziel ist, den Nachwuchs für MINT zu begeistern. Andrea Kunwald ist Überzeugungstäterin: „„MINT ist eine Option für die Zukunft, die unbezahlbar ist! Dadurch öffnet sich – gerade für Frauen – der Weg nach oben!“

Den Nutzen der Plattform beschreibt Kunwald ganz praktisch: „Angenommen, ein junger Mensch in Bayern interessiert sich für MINT-Initiativen in seiner Nähe oder sucht einen Mentor. Dann kann mit dem Navigator ganz zielgerichtet in einer bestimmten Region gesucht werden. Der Navigator nennt dann die Ansprechpartner, und die MINT-Zukunft kann starten!“ Mittlerweile sind 970 Initiativen verlinkt, 2000 Botschafter geworben. Dass eine verstärkte Förderung von MINT unausweichlich ist, zeigen die Zahlen. Trotz Wirtschaftkrise fehlen derzeit 52.000 Ingenieure. Dazu kommt die demografische Situation. Die bewirkt beispielsweise, dass auf jeden ausscheidenden Ingenieur nur 0,7 Ingenieure nachrücken.

Evi Burghart sieht dieses Problem ebenfalls als große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft an. Deswegen engagiert sie sich in Baden-Württemberg in den Projekten Technolino und TEA (Technik-Erzieherinnen-Akademie). Im Projekt Technolino werden Kindergärten mit Forscherecken ausgestattet, und den Erzieherinnen wird beigebracht, selbständig technische Experimente mit den Kleinen durchzuführen. Außerdem gibt es Technik-Partnerschaften mit Unternehmen. Dabei werden Kindergartengruppen in das Unternehmen eingeladen, und es werden gemeinsam mit den Kindern Experimente gemacht. „Bei diesen Experimenten leuchten die Augen der Kleinen immer ganz besonders“, berichtet Burghart. Mittlerweile machen über 250 kindergärten bei Technolino mit. Diese erhalten dann das Prädikat „technikfreundlicher Kindergarten“ von Südwestmetall. Qualität spricht sich herum, und auch die Presse berichtet immer wieder positiv über die Kindergärten. Kein Wunder, dass Technolino großen Zuwachs verzeichnet. Auch die Reaktionen der Eltern sind überwiegend positiv. „Die Eltern wollen, dass der Kindergarten optimale Bildung bietet. Deswegen haben sie ähnliche Interessen wie wir.“ Aus Technolino ist TEA, die Technik-Erzieherinnen-Akademie, entstanden, wo es ein Wahlpflichtfach „Forschung und Experimentieren“ gibt.

„Wenn ich Königin von Deutschland wär…“

„Was würden Sie tun, wenn Sie für einen Tag Königin von Deutschland wären?“ Mit dieser Frage leitet Christof Prechtl die Schlussrunde ein. Für Evi Burghart ist klar: „Ich würde für mehr Erzieher und Erzieherinnen sorgen, die besser bezahlt werden. Außerdem müssen mehr Männer in die Grundschulen, denn da fehlt den Jungs häufig noch die Identifikationsfigur!“. Auch Andrea Kunwalds Pläne sind klar. Ihr Credo: „Mehr MINT-Studienplätze, mehr und besser ausgebildete MINT-Lehrer, mehr MINToren und mehr duale MINT-Studienmöglichkeiten!“
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