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MINIPHÄNOMENTA in Bayern

Kleine Forscher als große Entdecker

Die Wangen sind gerötet, die Augen konzentriert, die kleinen Hände noch etwas ungeübt im Umgang mit dem Glaszylinder. Erst recht schwer fällt das Anzünden des Dochts. Dann setzt Lukas den Glaszylinder behutsam über die brennende Kerze. Lukas will in zwei Jahren aufs Gymnasium, aber im Moment fühlt er sich schon jetzt wie ein echter Forscher.

Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden beobachtet Lukas, wie die Flamme der Kerze immer kleiner und kleiner wird - bis ihr die Luft dann ganz wegbleibt... Die Kerze erlischt. Lukas denkt kurz nach und sagt: „Irgendwie ist das wie beim Menschen. Die Kerze muss atmen, um brennen zu können." Lukas' Klasse hätte jetzt eigentlich Deutschunterricht. Stattdessen steht Schauen und Staunen, Ausprobieren und Experimentieren auf dem Stundenplan. An 52 Experimentierstationen, die überall in der Schule - auf den Gängen, in der Pausenhalle, ja sogar in der Turnhalle aufgestellt sind, erforschen Grundschülerinnen und Grundschüler Naturwissenschaft und Technik. In ihrem eigenen Tempo und in Eigenregie.

Ein Stockwerk tiefer finden gerade ein paar Mädchen heraus, dass Metall besser Wärme leiten kann als Holz oder Kunststoff. Einen Moment mal - leitet Metall Wärme oder viel mehr Wärmeenergie? Auf Fachbegriffe kommt es bei der MINIPHÄNOMENTA nicht an. Ebenso wenig geht es darum, naturwissenschaftliche Gesetze bis ins letzte Detail aufzuklären. „Die Entdeckerlust und der Forscherdrang der Kinder stehen bei diesem Projekt im Vordergrund", erklärt Anne Rossbach, die beim Projektträger, dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw), für die MINIPHÄNOMENTA zuständig ist. „Die Schüler sollen Lust bekommen, naturwissenschaftliche Phänomene selbst zu entdecken und technische Zusammenhänge spielerisch herauszufinden." Vielen Lehrern und Eltern falle es schwer, sich an dieser Stelle zurückzuhalten. „Sie wollen Kindern helfen und die Geheimnisse einer Station schnell verraten. Das ist aber nicht im Sinne der MINIPHÄNOMENTA." Es sei wichtig, dass Kinder selbst der Sache auf den Grund gehen - auch wenn ihre Erklärung am Ende vielleicht nicht ganz stimmig ist.

Daher bereitet das bbw Lehrer, die Lernbegleiter bei der MINIPHÄNOMENTA sein wollen, in Fortbildungen gründlich auf ihren Einsatz vor. Auch Schülereltern werden in den pädagogischen Prozess und in die praktische Arbeit mit eingebunden: An vielen Schulen bauen Mütter und Väter einige der Stationen nach. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, können sich die teilnehmenden Grundschulen in Zukunft als "MINIPHÄNOMENTA-Schule" bewerben. Die Auszeichnungen erhalten die Schulen auf Basis von verschiedenen Kriterien, z. B. die nachgebauten Stationen werden dauerhaft in den Schulalltag integriert.

Um ein Bildungsprojekt wie die MINIPHÄNOMENTA in dieser Qualität den Schulen kostenlos anzubieten, braucht es finanzkräftige Unterstützung. Und diese kommt von den bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbänden bayme und vbm. Denn: Wer als Kind bei der MINIPHÄNOMENTA die Faszination erlebt und spannende Erfahrungen gemacht hat, wird sich auch als Erwachsener eher für Naturwissenschaft und Technik begeistern - und womöglich eines Tages die Metall- und Elektro-Industrie als qualifizierte Fachkraft, die die Branche in Zukunft so dringend brauchen wird, unterstützen.

An Lukas' Schule sind die Experimentierstationen zwei Wochen zu Gast, dann ziehen sie an eine andere bayerische Schule weiter und verwandeln auch diese 14 Tage lang in 52 kleine Forschungslabore - bevor es dann wieder zur nächsten Schule weiter geht. Interessierte Schulen können sich für die MINIPHÄNOMENTA beim bbw bewerben.

In diesem Schuljahr macht die MINIPHÄNOMENTA an den folgenden Schulen Station:
Max-Gerstl-Grundschule, Beutelsbach, Niederbayern 18.10. - 29.10.2010
Hugo-von-Trimberg-Volksschule; Niederwerrn, Unterfranken 08.11. - 19.11.2010
Volksschule Westerheim; Westerheim, Schwaben 17.01. - 28.01.2011
Grundschule Dingolfing-Altstadt; Dingolfing, Niederbayern 31.01. - 11.02.2011
Grundschule Vaterstetten; Vaterstetten, Oberbayern 14.02. - 25.02.2011
Volksschule Stammbach; Stammbach, Oberfranken 21.03. - 01.04.2011
Grundschule Obernzenn; Obernzenn, Mittelfranken 04.04. - 15.04.2011
Hans-Adlhoch-Volksschule; Augsburg, Schwaben 09.05. - 20.05.2011
Luitpoldschule; Schwabach, Mittelfranken 23.05. - 03.06.2011
Orterer Schule; Wörth, Oberbayern 27.06. - 08.07.2011
Volksschule Großberg; Großberg, Oberpfalz 11.07. - 22.07.2011

Rückfragen:

Anne Rossbach
Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Wirtschaft im Dialog (WiD)
Infanteriestr. 8, 80797 München
Tel.: 089 44108-148, Fax: 089 44108-195
rossbach.anne@bbw.de
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