Arbeit made in Germany – Wie Arbeitgeber gute Arbeit gestalten

„Die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsqualität in Deutschland sind deutlich besser, als es so manche politische Diskussion vermuten lässt. „Made in Germany“ steht daher nicht nur für exzellente Produkte, sondern auch für eine exzellente Arbeitsqualität. Unsere Soziale Marktwirtschaft funktioniert. Damit das so bleibt, realisieren deutsche Betriebe so einiges, damit Arbeit gut gestaltet ist und unternehmerische Wünsche mit den Bedürfnissen der Beschäftigten zusammengehen. Dass dieser Ansatz gelingt, zeigen die hohen Werte bei der Jobzufriedenheit unserer Beschäftigten.“ (Steffen Kampeter)

Gute Arbeit ist wichtig. Sie sollte nicht nur Geld einbringen, sondern Sinn stiften, Freude bereiten, herausfordernd, aber nicht über- oder unterfordernd sein. Sie hält die Unternehmen wettbewerbsfähig, innovativ und leistungsstark. Gute Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass die Beschäftigten gesund und mit Motivation tätig sind. Um neue Talente gewinnen und bisherige Beschäftigte halten zu können, wird das immer wichtiger. Und es sieht gut aus: Beschäftigte in Deutschland sind hochzufrieden mit ihrer Arbeit. Wie geht das? Gute Arbeitsverhältnisse zu schaffen, ist nicht nur ein Motto oder Werbeslogan für Unternehmen, sondern betriebliche Realität. Betriebe in Deutschland setzen viel daran, ihre Arbeitsbedingungen nicht nur gut, sondern sehr gut zu gestalten.

Hohe Arbeitszufriedenheit in Deutschland

Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Beschäftigten ihre Arbeitssituation sehr positiv sehen. 89 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sind mit ihrer Arbeit mindestens zufrieden, 33 Prozent sogar sehr zufrieden (Destatis, 2018). Dabei unterscheidet sich die Jobzufriedenheit kaum im Alter (BMAS, 2018). Auch spielt beim Thema Arbeitszufriedenheit das Engagement der Unternehmen für ihre Beschäftigten eine zentrale Rolle: Das gemeinsame Forschungsprojekt des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) und des Instituts für Arbeitsmarktmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) zur Arbeitsqualität und wirtschaftlichem Erfolg belegt das hohe Engagement gerade auch des Mittelstands, die durch ein mitarbeiterorientiertes Personalmanagement Arbeitsqualität und -zufriedenheit weiter steigern (BMAS, 2018).

Gute Arbeitsgestaltung als Schlüssel für Arbeitszufriedenheit

Grundlage für die hohe Zufriedenheit der Beschäftigten sind die guten Arbeitsbedingungen, die Betriebe bieten können. Bei der sozialen Unterstützung am Arbeitsplatz (BMAS, 2017) zeigt sich, dass 68 Prozent der Beschäftigten häufig das Gefühl haben, ein Teil der Gemeinschaft am Arbeitsplatz zu sein. Diese Beschäftigten sind mit großer Mehrheit auch (sehr) zufrieden mit ihrer Arbeit insgesamt (93 Prozent) sowie mit ihrem bzw. ihrer Vorgesetzten (84 Prozent) und sie berichten über einen (sehr) guten Gesundheitszustand (65 Prozent). Auch Arbeitstempo und Termindruck verringern sich seit 2005 stetig (Eurofound, 2015). Während 2005 noch 32 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland angaben, (fast) die ganze Zeit in einem hohen Arbeitstempo zu arbeiten, lag der Anteil 2015 nur noch bei 20 Prozent. Gleiches gilt für den Termindruck. Im Jahr 2005 gaben noch 28 Prozent der Beschäftigten an, (fast) die ganze Zeit unter hohem Termindruck zu arbeiten. 2015 waren es nur noch 22 Prozent. Auch im europäischen Vergleich arbeiten die Beschäftigten in Deutschland mit weniger Zeitdruck als andere Länder. Diese Ergebnisse bestätigt eine repräsentative Erwerbstätigenbefragung (Brodersen & Lück, 2017): 62 Prozent haben ausreichend Zeit für ihre Aufgaben. Dies gilt insbesondere für Führungskräfte. Auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen lässt sich kein Anstieg der Belastungsfaktoren feststellen, im Gegenteil, Arbeit unter Zeitdruck sinkt seit 2015 kontinuierlich (Fischmann, 2019). Neben dem Anstieg an Ressourcen bei der Arbeit und der Verringerung psychischer Belastungsfaktoren ist auch die physische und umgebungsbezogene Arbeitsbelastung in Deutschland niedriger als in den Vorjahren und unter dem europäischen Durchschnitt (Eurofound, 2015).

For Take-Away: Was “Arbeit made in Germany” auszeichnet
(1) Deutschland erzielt Spitzenwerte bei der Arbeitszufriedenheit – unabhängig vom Alter der Beschäftigten.

(2) Die Arbeitsbedingungen sind gut und werden immer besser: Psychische und physische Belastungsfaktoren sinken stetig und liegen unter dem EU-Durchschnitt, Unterstützung und Sinnhaftigkeit bei der Arbeit nehmen weiter zu.

(3) Arbeit wird in Deutschland besonders hoch bezahlt. Die Unternehmen bieten zudem viel zur Förderung der Gesundheit, Diversität und Vereinbarkeit der Lebensbereiche sowie zur Absicherung im Alter, bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder Pflege.

(4) Die Gesundheit ihrer Beschäftigten nehmen Betriebe sehr ernst. Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz sind erfolgreicher denn je: Sowohl die Zahl der Arbeitsunfälle als auch die Zahl gesundheitlich bedingter Frühverrentungen ist seit 1995 um rund die Hälfte gesunken.

(5) Die Betriebe haben den Wunsch der Beschäftigten nach mehr Flexibilität und besserer Vereinbarkeit der Lebensbereiche längst erkannt und verschiedenste Lösungen gefunden.
    (6) Wertewandel, demografische Entwicklung und Globalisierung sind zudem Motoren für das wachsende Engagement der Unternehmen, Vielfalt im Betrieb zu fördern und zu nutzen.

    (7) Digitalisierung trägt schon heute zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei: Arbeit kann zeitlich und örtlich flexibler erbracht werden, neue Techniken fördern die Arbeitssicherheit und helfen dabei, dass möglichst Viele bis zum vollen Rentenalter arbeiten können.

    (8) Führung 4.0 ist in den Unternehmen angekommen. So wie sich Geschäftsmodelle ändern, ändern sich auch Führungs- und Teamstrukturen.
      (9) Die Unternehmen sind die größten Weiterbildungsanbieter. 85 Prozent aller Unternehmen engagieren sich in der Weiterbildung und investieren hierfür 33,5 Mrd. Euro (IW Köln, 2017).

      Sie möchten mehr darüber wissen, wie Arbeitgeber gute Arbeit gestalten und einen Einblick in die Praxis erhalten? Der Bericht der BDA genau zum Thema „Arbeit made in Germany: Wie Arbeitgeber gute Arbeit gestalten“ gibt einen Überblick, wie Arbeitgeber und Unternehmen die Arbeitsqualität in Deutschland bewusst und positiv gestalten – egal ob als Großkonzern, mittelständisches Unternehmen oder Kleinbetrieb: www.arbeitgeber.de/Arbeit Made in Germany

      So macht die BDA sich für Arbeitgeber und gute Arbeit made in Germany stark:

      Wir zeigen der Öffentlichkeit wie Arbeitgeber sich jeden Tag für gute Arbeitsbedingungen und eine hohe Arbeitsqualität einsetzen – und bieten dazu unabhängige und belastbare Zahlen und Studien.

      Wir bieten Netzwerke und Plattformen zum Austausch, zur Diskussion und auch um neue Perspektiven zu gewinnen (z. B. in unseren Ausschüssen „Betriebliche Personalpolitik“ und Arbeitssicherheit, dem Arbeitskreis „Arbeitsgestaltung und -forschung“ und auch dem jährlich stattfindenden Arbeitgeberforum).

      Wir sind zu allen relevanten Themen rund um die Gestaltung von Arbeitsbedingungen in zahlreichen Gremien aktiv und gut aufgestellt. Unser Wissen und unsere Praxisempfehlungen finden Sie in zahlreichen Publikationen, Positionen und Informationen sowie in den Medien und sozialen Netzwerken.
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