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Soziale Marktwirtschaft

Die Geschichte der Sozialen Marktwirtschaft ist eine Erfolgsgeschichte. Unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung ist Garant für wirtschaftlichen Erfolg, Wohlstand und soziale Stabilität. Sie ist eine tragende Säule unseres Gemeinwesens. Deutschland gehört auch wegen der Sozialen Marktwirtschaft heute zu den reichsten Ländern der Welt.

Freiheit – Leistung – Verantwortung

Markenzeichen der Sozialen Marktwirtschaft ist das gleichzeitige Streben nach wirtschaftlichem Erfolg und sozialem Ausgleich. Die Soziale Marktwirtschaft bietet Freiraum zur Selbstentfaltung und Kreativität und belohnt Leistung. Sie stärkt die Verantwortung des Einzelnen und ermöglicht Solidarität für alle. Sie bejaht Wettbewerb und gibt ihm faire Regeln. Sie funktioniert nur mit klaren gesetzlichen Vorgaben und baut auf Verantwortung und Haftung für das eigene Handeln.

Soziale Marktwirtschaft schafft Wohlstand

Seit Einführung der Sozialen Marktwirtschaft hat sich die Wirtschaftsleistung je Einwohner mehr als verfünffacht: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf lag im Jahr 1950 in heutigen Preisen bei umgerechnet knapp 5.150 €. Im Jahr 2017 betrug dieser Wert rd. 38.500 € (44.550 US-Dollar). Die Einkommen sind deutlich schneller gestiegen als die Preise. Während der Bruttostundenlohn von umgerechnet 65 Cent im Jahr 1950 auf 23,63 € bzw. das 36-fache in 2013 kletterte, stiegen die Verbraucherpreise in der Zeit nur auf das 5,2-fache. Wir können uns heute mit weniger Arbeit mehr Produkte leisten. Das Volksvermögen (Verkehrsnetz, Kanalisation, Schulen etc.) hat sich zwischen 1960 und 1991 in Westdeutschland real vervierfacht. Im vereinten Deutschland ist es um rd. 75 % gewachsen.

Deutlich mehr Lebensqualität

Die Lebensqualität in Deutschland hat mit der Sozialen Marktwirtschaft kontinuierlich zugenommen: Die besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen und der medizinisch-technische Fortschritt haben seit Anfang der 1960er Jahre zu einer Erhöhung der Lebenserwartung von über zwölf Jahren beigetragen. Im Bereich der medizinischen Versorgung belegt Deutschland im internationalen Vergleich Spitzenplätze. Die Häufigkeit von Arbeitsunfällen hat sich seit den 1960er Jahren um rd. zwei Drittel reduziert. Die wöchentliche Arbeitszeit wurde in den vergangenen Jahrzehnten um mehr als zehn Stunden je Woche verkürzt und der Urlaubsanspruch deutlich ausgeweitet. Ältere Menschen sind heute wesentlich fitter als früher. Nur noch jeder Siebte muss wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in Rente gehen, 1960 traf das noch auf zwei von drei Neurentnern zu. 1965 verfügte ein Einwohner in Westdeutschland im Durchschnitt über eine Wohnfläche von lediglich 22,3 m², 2016 konnte man mit 46,5 m² sogar eine mehr als doppelt so große Fläche in Anspruch nehmen (SOEP 2013, Umweltbundesamt 2018). Die neuen Bundesländer hatten 2013 mit einer Pro-Kopf-Fläche von über 41,5 m² deutlich mehr Wohnfläche als noch Mitte der 1980er-Jahre. Damals standen jedem Einwohner in Ostdeutschland ca. 28 m² zur Verfügung.

Sozialer Frieden dank Tarifautonomie

Das Recht, Tarifverträge zur Regelung der Arbeitsbedingungen abzuschließen, ist Ausdruck des Subsidiaritätsprinzips der Sozialen Marktwirtschaft. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften regeln gemeinsam die Arbeitsbedingungen, ohne dass der Staat darauf unmittelbar Einfluss nimmt. Die Sozialpartner haben in Deutschland mit rd. 73.500 Tarifverträgen im Jahr 2016 (BMAS 2017) ein differenziertes System von Arbeitsbeziehungen geschaffen, das die wirtschaftlichen Notwendigkeiten in einem Unternehmen mit der sozialen Teilhabe der Arbeitnehmer in den gewünschten Einklang bringt. Das Prinzip der Sozialpartnerschaft – der Wille zu einvernehmlichen Lösungen – ermöglicht Stabilität und sozialen Frieden, gestaltet soziale Gerechtigkeit und trägt maßgeblich zu Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand bei. Es ist auch ein Resultat der Tarifautonomie, dass die deutsche Wirtschaft ihre Leistungsfähigkeit in der aktuellen Krise beibehalten hat.

Solidarität für alle durch Freiheit und Verantwortung des Einzelnen

Soziale Marktwirtschaft setzt darauf, dass jeder Mensch versucht, sein Leben selbst zu gestalten und Eigenverantwortung zu übernehmen. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird durch die Sozialversicherung oder die Fürsorgesysteme aufgefangen und durch die Solidargemeinschaft unterstützt. In Deutschland wurden im Jahr 2014 rd. 10.470 € pro Einwohner für Sozialleistungen ausgegeben. 1960 waren es lediglich rd. 510 €. Die Summe aller in Deutschland erbrachten Sozialleistungen erreichte 2017 den Rekordwert von 965,5 Mrd. €. Die Sozialleistungen machten in den vergangenen Jahren konstant rd. ein Drittel (29,6 % 2017) des BIP aus (Sozialbudget 2017). 1960 lag die Sozialleistungsquote lediglich bei 18,3 %. Der deutsche Staat sorgt zudem auch über das Steuersystem in erheblichem Maße für eine Umverteilung von den hohen zu den niedrigen Einkommen. Im Jahr 2017 trugen in Deutschland die oberen 10 % der Haushalte mit 48,2 % zum gesamten Aufkommen der Einkommensteuer bei. Die oberen 50 % der Haushalte trugen 2017 fast die gesamte Steuerlast (93,1%) (IW 2017). Personen mit niedrigem Einkommen zahlen in Deutschland keine direkten Steuern.

Soziale Marktwirtschaft: Wohlstand für alle

Seit über 60 Jahren sorgt die Soziale Marktwirtschaft für Wachstum und Wohlstand. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland nach dem Krieg zu einem der reichsten Länder der Welt geworden ist. Ob Sicherheit, Gesundheit, Arbeiten, Mobilität, Wohnen oder Ernährung – in allen Bereichen leben die Menschen in Deutschland auf hohem Niveau. Auch in wirtschaftlich guten Zeiten braucht Deutschland eine nachhaltige und verlässliche Politik, die sich an den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft ausrichtet. Die Politik muss jetzt die Weichen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes stellen. Dazu gehört es, Wirtschaft und Arbeit nicht weiter zu belasten, sondern zu entlasten, die soziale Sicherung zukunftsfähig und generationengerecht zu gestalten, alle Chancen für Beschäftigung zu nutzen, die Tarifautonomie zu schützen, die Anstrengungen für Bildung zu verstärken und Freiräume für Leistung zu schaffen.

Mehr Produkte für weniger Arbeit
Entwicklung der Kaufkraft einer Lohnminute von 1950 bis 2016 Quelle: Statistisches Bundesamt; Berechnungen IW Köln; 1Westdeutschland 1960;

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Dezember 2018