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Duale Ausbildung – ein guter Weg für junge Geflüchtete
Fachtagung der BA und SW Deutschland
Das Beste zum Schluss – ein Höhepunkt für SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland war die gemeinsame Fachtagung „Einfach Zukunft – Integration geflüchteter junger Menschen durch Ausbildung“ mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) am 4. Dezember 2018 in Berlin. Geflüchtete junge Menschen stellten den 150 Gästen – sehr bewegend - dar, wie sie über Berufsberatung und Einstiegsqualifizierung ihren Weg in die duale Ausbildung bei Siemens gemacht haben. Vortrag und Podium griffen die Rahmenbedingungen auf. Unternehmen, Initiativen und die BA stellten ihre Angebote für geflüchtete Menschen vor.

„Ich war bei der Berufsberatung, die haben mir gesagt, da gibt es Einstiegsqualifizierung bei Siemens, das habe ich gemacht und jetzt bin ich in der Ausbildung, auch bei Siemens“. So und ähnlich erzählten die geflüchteten Sina, Ali und Bashar von ihrem Weg in die duale Ausbildung. Als Flüchtlinge aus Syrien und Irak 2015 nach Deutschland gekommen, war ihnen das deutsche Berufsbildungssystem erst unbekannt. Jetzt haben sie gute Chancen als Zerspanungs- und Industriemechaniker. Dass Geflüchtete Opfer bringen, indem sie auf schnelles Geld im Aushilfsjob verzichten, das ihre Familie von ihnen erwartet, und stattdessen den erst langfristig erfolgreicheren Bildungsweg gehen, machte Karl-Heinz P. Kohn von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Mannheim, deutlich. „Erkennen – Anerkennen – Wertschätzen“ stellte er als Leitlinie der Beratung heraus. Den Menschen wahrnehmen und die Kompetenzen, die er mitbringt, ist der Ausgangspunkt. So werden die BA-Mitarbeiter/innen eigens geschult, um im Beratungsgespräch angemessene Worte zu wählen.
In der Podiumsdiskussion stellte Friedhelm Siepe für die BA heraus, dass die mitgebrachten Qualifikationen der Geflüchteten oft besser seien, als es die öffentliche Wahrnehmung spiegele. Die drei geflüchteten Siemens-Azubis waren z.B. vorher Schmied oder auch schon Mechaniker. Seine Erwartungen seien weit übertroffen werden, sind doch inzwischen fast 300.000 von den über 1 Mio. Flüchtlingen aus 2015 in Beschäftigung, meinte Siepe. Dr. Barbara Dorn, BDA, forderte verlässliche Rahmenbedingungen für die Arbeitgeber, die in die Ausbildung geflüchteter junger Menschen investieren. Olaf Kemker vom Oberstufenzentrum Lise Meitner in Berlin wies darauf hin, dass die Geflüchteten nicht nur den praktischen, sondern auch den berufsschulischen Teil der Ausbildung schaffen müssen. Dabei sei die Fachsprache eine besondere Herausforderung.

150 Gäste tauschten sich bei der gemeinsamen Fachtagung von Bundesagentur für Arbeit (BA) und SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland am 4. Dezember 2018 in Berlin in sechs Workshops über Angebote und gute Beispiele aus. Sie konnten sich über die Erfahrungen von Evonik Industries in Marl, NRW, der Baufirma Günter Papenburg, Sachsen-Anhalt, und der Willkommenslotsen der Handwerkskammer Berlin berichten lassen und sich über die Angebote der BA für geflüchtete junge Menschen wie über die Potenzialanalyse 2p informieren und mit dem Referenten Karlheinz Kohn über seine Thesen diskutieren.

Während des gesamten Tages lief ein Filmteam bestehend aus zwei Auszubildenden durch die Räume und konnte am Schluss einen schönen Zusammenschnitt seiner Eindrücke zeigen. Unterstützt wurden sie von Filmprofis der Deutschen Kinemathek Berlin. Link zum Film XXX

Hintergrund der Veranstaltung war der Onlineflyer „Einfach Zukunft“. 2019 werden die biografischen Berichte der Geflüchteten auf dem Weg in die betriebliche Ausbildung weiter ausgebaut.